Design-Objekte aus tonalto - Butterkühlern?

12. August 2026

Sollte das weg, bevor es Kunst wurde? Eine Frage, die sich automatisch stellt, wenn man die „LichtKunstDinge“ von Markus Jung, meinem Mann, anschaut. Seit Mitte der 90er Jahre kombiniert er Teile, die nie für einander gedacht waren, zu kunstvollen Objekten. Was hat das nun aber mit dem Butterkühler zu tun? Nun, im Werkstatt-Prozess läuft auch mal was nicht rund – was untauglich aus dem Brennofen kommt, nennt man Fehlbrand. Solche Fehlbrände passierten gelegentlich auch bei Butterkühlern. Eine Zeit lang wurden Deckel und Unterteil zusammen gesteckt durch den Glasurbrand geschickt. Die Glasurdämpfe ließen beide Teile am oberen Rand ganz leicht „zusammenbacken“. Ein prozessbedingter Effekt, der sich aber nach dem Abkühlen durch leichtes Beklopfen mit einem schweren Holzlöffel korrigieren ließ. Mit einem Ping trennten sich in der Regel beide Teile nach einer kurzen „Behandlung“ mit der richtigen Klopftechnik. Einige Butterkühler verweigerten sich aber trotz „erhöhter Schlagkraft“…

 

Inzwischen werden Ober- und Unterteil wieder getrennt von einander gebrannt. Die „zusammengebackenen“, unbrauchbaren Butterkühler sind fast alle entsorgt. Markus Jung integrierte aber einige davon und auch andere Fehlbrände, wie z.B. ein Stövchen, in seine Lichtobjekte – mit durchaus eigenwilligem Charme. Die Namen, die er den Butterkühler-Objekten gegeben hat, tragen alle den Bestandteil „Butter“ in sich: „Buttergrünchen. Buttersternchen oder Alles in Butter“. So bereichert denn tonalto-Keramik den Alltag auch auf ungewöhnliche Weise...

 

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Maria Ziaja

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